5 Fragen an: Cem Fertig

Es ist eine Geschichte wie aus dem Drehbuch: Durch einen Behördenfehler verliert Cem Fertig die deutsche Staatsbürgerschaft und ein Spießrutenlauf beginnt, der Jahre dauern sollte. Eine Zeit voller Behördenwillkür, skurriler Entscheidungen, Verzweiflung, Unverständnis und haarsträubender Erlebnisse.

Mit seinem Buch „Plötzlich Türke“ blickt der Vegesacker auf seine Erlebnisse zurück und zeigt, dass das Leben unglaublicher sein kann als ein Film. Apropos: Der NDR fand, dass Cems Geschichte das Zeug für eine echte Komödie hat, und verfilmte den Stoff mit Oliver Konietzny in der Hauptrolle.

Cem selbst lebt trotz wiedererlangter (Reise) Freiheit noch immer in Bremen Nord. Warum eigentlich und was ihn sonst so bewegt beantwortet er in den folgenden 5 Fragen:

1. In 5 Stichworten: Wer bist du eigentlich und was soll das Ganze überhaupt?

Kreativmonster, Familienmensch, Multikulti, Aufrütteln, Amüsieren

2. Hast du einen Tipp für alle, die das Gefühl haben ihr Leben wäre ein Film?

Übernehmt die Hauptrolle und Regie, werdet nicht zum Nebendarsteller oder gar Beobachter eures Lebens. Man kann sich oft nicht aussuchen, in welche Lebenssituation man gerät, aber man hat die Wahl wie man damit umgeht. Dann schreibt es auf und seid ehrlich zu euch und denen die ihr erreichen wollt.

3. Wo wärst du heute, wenn dir das Leben nicht in dieser Form in den Weg gegrätscht wäre?

So seltsam es klingen mag, wäre ich eventuell noch in China. Ein traumhaftes Jobangebot, welches ich aufgrund fehlender Papiere nie annehmen konnte. Ansonsten ist es schwer zu sagen, da ich erst seit wenigen Jahren die Möglichkeit habe mich in die Richtung zu entwickeln in die ich will – und nicht in die, in die ich darf. Hätte ich meinen Kopf in all den Jahren frei gehabt, gäbe es viele mögliche Realitäten.

4. Was gefällt dir so am Bremer Norden, dass du hier „hängen geblieben“ bist?

Ich liebe die Nähe zur Weser, den ruhigen Charakter mit der Möglichkeit in ca. 20 Minuten im Viertel sein zu können und natürlich, dass meine komplette Familie hier lebt.

5. Dein „Place to Be“ in Nord?

Vegesack, auch wenn ich leider sehr viele Orte und Geschäfte vermisse. Die Möglichkeit zu bummeln, Menschen, die man mag, zu treffen und in wenigen Minuten am Wasser zu sein – oder auch bei meinem Schwager im Garten 😉

Bonusaufgabe: Ein Foto von dem ersten Ding machen, das jetzt vor dir steht/liegt/sitzt/hängt

Da stand ich heute Morgen nun, mit dem Handy in der Hand und der Aufgabe das, was gerade steht, liegt, sitzt oder hängt zu fotografieren. Ich habe mich dann schmunzelnd lieber für das vorliegende Motiv entschieden.