Tanzhafen: Aber ist kein Argument

Es hat mich erwischt: Das Tanzfieber und ich bin nicht alleine! Diverse Fernsehformate heizen uns Bewegungsmuffeln ein, man sieht Sachen, die gibt es gar nicht und man fragt sich, wann man angefangen haben muss, um so etwas zu können. Irgendwann kommt der Moment an dem man unruhig hin und her rutscht. Eine kleine Stimme taucht auf die sagt „Das will ich auch!“, doch bevor man den Gedanken konkretisieren kann, erscheint Stimme Nummer zwei und lacht einen aus „Ein bisschen spät, oder? Du schaffst ja nicht mal ‘ne normale Joggingrunde!“Der ewige innere Kampf also, der meistens dazu führt, dass man es dann doch sein lässt. Es sei denn, es taucht plötzlich ein Silberstreif auf, der die Zweiflerstimme einfach k. o. schlägt. Mein Silberstreif heißt Tanzhafen und ist  neu in Vegesack.

Mit dem Tanzhafen in der Alten Hafenstraße 58 haben sich Ute und Matze ihren Traum verwirklicht: Einen Raum zum Tanzen und Bewegen für alle. Es gibt Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Egal ob mit Vorkenntnissen oder blutiger Anfänger, Ballett oder Hip-Hop, Yoga, FIT-Kurse, AundBe oder freies Tanzen: Jeder kann vorbei kommen. Kurse für Erwachsene? Ganz genau und das Tolle ist, es gibt Anfängerkurse! Damit gibt es keine Ausrede mehr, nicht auch noch mit 30, 40, 50 mit Ballett, Jazz und Co anzufangen. Ute meint, dass es egal ist, wie lange man „raus“ war oder ob man überhaupt schon mal getanzt hat. Jeder bringt etwas von sich ein und damit wird dann jeder Kurs ganz einzigartig. Kann man sich gegen so ein Argument wehren? Nein, natürlich nicht. Deshalb habe ich meine „Du kannst das!“-Stimme eingepackt und bin los zum Erwachsenen-Ballett. Ich und Ballett! Ich sehe schon das breite Grinsen meiner Mutter …

Wenn man in den Tanzhafen kommt, wird man sofort von der guten Laune dort erwischt. Kein „ChiChi“, keine einschüchternden Supertänzer, keine Primadonna, die im Takt die innerliche Peitsche knallen lässt. Einfach ein sympathisches Inhaber-Team und Teilnehmer, die genauso neugierig sind wie man selbst. Die ganzen Räumlichkeiten spiegeln das locker-entspannte Gefühl wieder. Kurzum: Ich habe mich sofort wohlgefühlt. Wenn ich jetzt an den Kurs zurückdenke, frage ich mich, warum ich Ballett nicht schon viel früher ausprobiert habe, denn es macht Spaß! Wer die Profi-Ballerinen sieht, denkt meist nur an Spitzentanz und sehr hochgereckte Beine aber im Kern geht es um Körperspannung, feste Abläufe und dabei elegant auszusehen. Gut, das mit dem elegant dauert seine Zeit, aber alleine das Thema Körperspannung bietet einen Mehrwert, den ich noch drei Tage später spüren konnte. Der Muskelkater in der Bauchgegend kann allerdings auch vom Lachen stammen, denn davon gab es in den 1,5 Std. zwischen Standardpositionen, Stange, Drehungen und Kräftigungsübungen eine Menge.

Werde ich mich also jetzt zukünftig auf Ballett verlegen? Eine schwierige Frage, denn Ute und Matze haben noch viel mehr im Angebot. Jazz ist auch toll oder Hip-Hop. Yoga wollte ich schon seit meiner Studienzeit wieder machen oder doch lieber BoxFIT zum auspowern? Ich gebe zu, ich bin unentschlossen und werde wohl noch ein wenig austesten müssen, bevor ich mich entscheide.

Wer Lust hat Ute und Matze mal persönlich kennenzulernen und dabei eine Runde durch den Tanzhafen drehen möchte jederzeit zum reinschnuppern einen der Kurse besuchen. Ich wünsche Ute und Matze auf jeden Fall ganz viele neugierige und tanzwütige Besucher, die demnächst regelmäßig im Tanzhafen anlegen. So was wie euch haben wir hier echt gebraucht.

Kontakt zum Tanzhafen:

Alte Hafenstr. 58
28757 Bremen

Telefon: 0421/65 11 66